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6 Jun 2017

Urlaubsanspruch: Übertragung und Auszahlung

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Urlaubsanspruch: Übertragung und Auszahlung

Wir haben in unserem Blog das Thema Urlaub zum Schwerpunkt. Hierzu haben wir einige Themen von www.lexware.de für Sie zusammengestellt.

Ein Mitarbeiter möchte den Jahresurlaub ansparen, um nächsten Sommer eine ausgedehnte Weltreise zu machen. Ein anderer bittet Sie, ihm seinen Urlaub auszuzahlen, weil er gerade jeden Cent ins neue Eigenheim steckt. Welche Ansprüche Ihre Mitarbeiter haben und welches Risiko Sie bei Sondervereinbarungen eingehen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Urlaubsanspruch: Darf Urlaub ins nächste Jahr übertragen werden?

Nach dem Gesetz muss Urlaub grundsätzlich bis zum Jahresende genommen werden. Geschieht das nicht, verfällt der Urlaub ersatzlos. Eine Übertragung des Urlaubs ins nächste Jahr ist nur möglich, wenn der Urlaub aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht genommen werden kann.

Dringende betriebliche Gründe liegen beispielsweise dann vor, wenn Ihr Mitarbeiter seinen Urlaub im Dezember nicht mehr nehmen kann, weil 2 Kollegen ausgefallen sind, oder weil er bei der Inventur unentbehrlich ist. Ein persönlicher Grund kann sein, dass er selbst krank geworden ist. Ein Mitarbeiter, der erst in der zweiten Jahreshälfte ins Unternehmen eingetreten ist, darf die Urlaubsübertragung auch ohne besonderen Grund verlangen.

Ins Folgejahr übernommener Urlaub muss aber in den ersten 3 Monaten gegeben und genommen werden. Am 31. März verfällt er ersatzlos. Allerdings dürfen Sie mit Ihren Mitarbeitern jederzeit eine Übertragung über den 31. März hinaus vereinbaren.

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Verfällt der Urlaubsanspruch bei langer Krankheit?

Fehlt ein Mitarbeiter monatelang wegen Krankheit, entsteht trotzdem ein Urlaubsanspruch. Auch wenn er das ganze Jahr krank war, kann er den gesamten Jahresurlaub beanspruchen. Dieser „Resturlaub“ verfällt allerdings spätestens 15 Monate nach Ablauf des Arbeitsjahres, in dem er erworben wurde.

Beispiel: 1 Jahr krank, anschließend Urlaub
Ihr Mitarbeiter ist seit Januar 2015 krank. Am 1. April 2016 nimmt er die Arbeit wieder auf. Für 2015 hat er den vollen Urlaubsanspruch. Dieser Urlaub aus 2015 verfällt (wie der Urlaub aus 2016) am 31. Dezember 2016. Besteht ein Übertragungsgrund, verfällt er allerdings ebenfalls erst am 31. März 2017.

Tipp: Zusätzliche Urlaubstage selbst regeln
Das Gesetz und die Rechtsprechung betreffen nur den gesetzlichen Urlaubsanspruch sowie den gesetzlichen Zusatzurlaub für Schwerbehinderte. Haben Sie mit Ihren Mitarbeitern mehr als die gesetzlichen Urlaubstage vereinbart, dürfen Sie für diese Tage auch eine kürzere Verfallsfrist vorsehen.

Urlaubsanspruch – darf oder muss ich Urlaub auszahlen?

Das Arbeitsrecht erlaubt das Auszahlen des Urlaubs eigentlich nur in einem einzigen Fall: Wenn der Urlaub ganz oder teilweise nicht genommen werden kann, weil das Arbeitsverhältnis endet. Der Anspruch auf Auszahlung wird mit dem Ausscheiden des Mitarbeiters fällig. Er verfällt wie der Urlaubsanspruch spätestens 15 Monate nach Ablauf des Jahres, aus dem der Urlaub stammt.

In der Praxis sieht es allerdings häufig anders aus. Mitarbeiter bitten um die Auszahlung des Urlaubs oder der Arbeitgeber schlägt Urlaubsabgeltung vor, um nicht auf seinen Mitarbeiter verzichten zu müssen. Das funktioniert, solange sich beide Parteien an die Abmachung halten. Rechtlich ist die Lage allerdings eindeutig – Ihr Risiko als Arbeitgeber: Durch die Auszahlung wird der Urlaubsanspruch nicht erfüllt. Ihr Mitarbeiter könnte also jederzeit die ausgezahlten Urlaubstage noch einmal einfordern, und hätte gute Chancen, vor Gericht damit durchzukommen. Gehen Sie mit dem Lexware Urlaubsplaner auf Nummer sicher. Die Lösung für die fristgerechte Urlaubsplanung Ihrer Mitarbeiter.

Achtung: Auszahlen birgt Risiko
Bittet Sie Ihr Mitarbeiter, ihm seinen Resturlaub auszuzahlen, können Sie ihn darauf verweisen, dass das nicht zulässig ist. Möchten Sie es trotzdem tun, weil es auch Ihnen gelegen kommt, sollten Sie sich Ihres Risikos bewusst sein: Möchte Ihnen Ihr Mitarbeiter Böses, kann er die ausgezahlten Urlaubstage nochmal verlangen.

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Mit besten Grüßen

Alexander Dilly

Erfolgsbüro
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